Von 0 auf „Lieblingsstück“ in 3..2…1…

Ich möchte euch heute wieder mal von einem Probenähen erzählen. Diesmal sogar eines, bei dem ich mich nicht einmal so „richtig“ beworben habe. Ein (wie ich vermute) Stammteammmitglied hat mich vorgeschlagen und unter dem Aufruf bei Facebook markiert. Es ging um eine schnell zu nähende Damenjacke von Schnittherzchen. Eigentlich hatte ich aber gar keine Zeit, da so viel andere Sachen grade anstanden. Aber dann sah ich den Schnitt, um den es geht, und war völlig begeistert! Die Jacke ist figurbetont geschnitten, hat großzügige Taschen, eine ausladende Kapuze und läuft hinten spitz zu. Ganz wunderbar! Also sagte ich zu und habe mich beworben. Kurz darauf fand ich mich in der Probenähgruppe wieder und sah die tollen, bereits genähten Beispiele. BOAH! Genau mein Ding!

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Cross-Over im Chaos!

Wieder mal gab es ein Probenähen, an dem ich teilnehmen durfte. Premiere: Diesmal ein Oberteil für mich!

Als ich zur Gruppe dazu gestoßen bin, war der Schnitt schon fast fertig. Ich nahm mir Probestoff und legte noch am gleichen Tag los. Die Stoffwahl war eine Katastrophe, statt des empfohlenen weich fließenden Stoffs nahm ich einen dicken Romanitjersey. Demzufolge war das Oberteil dann auch nicht „weich fallend“, sondern hatte eher den Charm einer schlecht sitzenden Tonne: „Cross-Over im Chaos!“ weiterlesen

Ergebnis: Gut. Gelernt: Viel!

Plötzlich erscheinen sie überall. In allen Nähgruppen, auf allen Blogs…. Probenäherinnen, die das ok erhalten haben, ihre Werke zu präsentieren. Wie bei einem Erlkönig werden vorher nur kleine Details gezeigt („Teaser“ im Online-Nähgruppen Fachjargon). Und plötzlich hat man das Gefühl, alle nähen nur noch diesen einen Schnitt. Die Pinwände sind voll davon.

Jetzt gibt es zwei Lager.

  1. Die einen mögen den Schnitt nicht und scrollen jedesmal geduldig, aber augenrollend weiter. Je nach Erfolg eines Schnitts, kann das allerdings Wochen dauern, bis die Bilderflut abebbt. Zwischendurch kommt vielleicht der ein oder andere bissige Kommentar oder eine hitzige Diskussion, wenn jemand versucht, den Hype zu hinterfragen. Hier empfielt sich dann Popcornkauend einfach mal die Kommentare durchzulesen.
  2. Die anderen finden den Schnitt direkt super und lieben jedes einzelne Nähwerk nach diesem Schnitt, weil es Informationen liefert über Passform, Gestaltungsmöglichkeiten, Ideen…

Bei dem Schnitt „Hazel“ von Le-Kimi gehörte ich absolut zur zweiten Gruppe! Ich sah die ersten Bilder und wusste, das wird mein nächstes Werk! Als ich dann gesehen hab, dass es sich um ein gratis Schnittmuster handelte, war ich natürlich ganz begeistert. Die Begeisterung wurde kurz gebremst, als ich das Muster ausdruckte, zusammenklebte und ausschnitt. Schließlich will ich ja nähen und nicht basteln. Aber das gehört nunmal dazu.

Dann kam die Stoffwahl. Geplant war ein Sweat, gerne als „Doubleface“, also mit unterschiedlichen Farben innen und außen.Gekauft habe ich dann einen Jeansstoff. Zwar mit Strechanteil, aber dennoch ziemlich fest. Aber ich sah den Stoff und hatte sofort „meine“ Hazel im Kopf.

Nach einer Stunde, war alles zugeschnitten und von meinen 2 Meter Stoff auch kaum was übrig. Und das bedeutete, dass die Kapuze auch einlagig werden musste. Einen Kombistoff wollte ich nicht mit rein nehmen. Aber es ist ja eine schöne Übung, Nähte hübsch zu machen. Bei einer einlagigen Jacke ja eh notwendig. Ich habe es mir aber einfach gemacht. Mit der Overlock genäht und versäubert, dann mit einem Jerseystich (da der Stoff ja dehnbar ist) eine zusätzliche Naht daneben genäht und anschließend die Nahtzugabe festgenäht. Sauberer wäre eine sogenannte französische Naht oder Kappnaht gewesen. Aber ich bin auch so zufrieden.

Bzw. ich war es…. Da ich es gewohnt bin, dass mir die angegebenen Größen auch gut passen, habe ich die Jacke auch komplett fertig genäht und erst nach dem Säumen mal anprobiert. DAS war ein fataler (Anfänger-)Fehler!

Die Arme waren etwas eng, aber sonst ok. Aber der Rest saß überhaupt nicht. Es war einfach überall zuviel Stoff! Das lag aber nicht etwa an meiner feengleichen Gestalt (*räusper*), sonder daran, dass der Stoff einfach nicht so fiel, wie für den Schnitt vorgesehen. Jersey oder Sweat fällt weich und umspielt somit den Körper, so macht der viele Stoff die Jacker schön leger. Bei meinem Jeansstoff stand das dann aber überall komisch ab. Vorne sah es aus wie eine Tonne, hinten wie ein Frack. Enger machen ist ja grundsätzlich nicht das Problem und weil sogar am Rücken eine Naht ist, gibt es genug Stellen, an denen man nachjustieren kann. ABER: Ich Schlaumeier hatte ja schon alles gesäumt. Und da ich während des Nähens mehrfach die Art zu säumen änderte (auch so ein Anfängerfehler! In Zukunft: Erst planen, DANN nähen), könnte ich den Saum auch nicht einfach entfernen. Also wird der Saum jetzt durch mehrere Nähte unterbrochen und musste angebastelt werden. Vorne musste ich den Stoff ganz blöd umklappen, weil auch schon der Verschluss befestigt war und das gar nicht so einfach war.

Ich weiß nicht, ob es nun besser gewesen wäre, den kompletten Saum abzuschneiden, die Änderungen zu machen und dann nochmal komplett neu zu säumen. Ich hätte dafür aber nicht genug Jeansstoff gehabt, sondern hätte auf Bündchenware zurückgreifen müssen. Aber wenn man nicht genau hinsieht, sieht meine Hazel wirklich gelungen aus. Auf jeden Fall individuell 😎 Also darf sie so bleiben und wird auch in der Öffentlichkeit getragen!

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Aber um anderen Mut zu machen, auch mal andere Stoffe zu probieren und tapfer weiter zu nähen, auch wenn es ganz schlimm aussieht, hier mal Bilder der gebastelten Stellen, die man wirklich hätte vermeiden können:

Und damit geht es dann rüber zu RUMS!

Röcke. Wie Jogginghose. Nur schicker.

Im Laufe der Schwangerschaft steht jede werdende Mutter irgendwann in der Umkleidekabine oder auch zu Hause vor dem Spiegel und zieht zum ersten Mal eine Umstandshose an. Ich habe damals beschlossen diesen Segen der Menschheit nie wieder auszuziehen. Gegen Ende der Schwangerschaft, wenn man auch irgendwann nur noch zu Hause ist, wird man aber dann so konsequent, dass man Jogginghosen trägt. Auch in den ersten Wochen nach der Entbindung sind Jogginghosen die erste Wahl.

Doch irgendwann will man ja wieder aussehen wie ein Mensch. Aber ganz ehrlich. Nach langen Monaten in Umstands- und Jogginghosen fühlen sich normale Jeanshosen an, als hätte man eine Stahlrüstung an. Und da gibt es eine ganz tolle Alternative, die man auch ruckzuck genäht hat: Röcke. Die von mir gewählte Variante als Ballonrock nach der Anleitung von Mamahoch2 ist nicht weniger bequem als eine Jogginghose. Ist aber absolut alltagstauglich!

Man benötigt (je nach Größe) irgendwas zwischen 30 und 50 cm Stoff. Baumwolljersey, Viskose, Webware…. hier ist der Auswahl eigentlich keine Grenze gesetzt. Ich persönlich finde Baumwolljersey am angenehmsten. Ein paar Worte über die unterschiedlichen Stoffarten findet ihr auch unter dem Punkt Stoffe auf meiner Seite Nähzutaten. Und dann benötigt man noch passendes Bündchen und ca. 1 Stunde Zeit. Der Rock ist nach 5 Nähten bereits fertig! Ich habe das Glück, dass manche Bündchen schon passende Breite im Schlauch haben. Nochmal eine Naht gespart. 😉

Beim Annähen des Bauchbündchen sollte man gut abstecken, da die Breite des Rockes und die des Bündchen doch recht unterschiedlich sind. Das Bündchen wird also stark gedehnt und ohne ordentlich festzustecken wird das schnell ungleichmäßig. Nach diesen 4-5 Nähten ist der Rock dann schon fertig. Kombiniert mit  neutralem Oberteil und blickdichter Strumpfhose ist man immer ordentlich gekleidet…. und fühlt sich aber wie in den guten alten Jogginghosenzeiten. 😎

Ich besitze mittlerweile sechs dieser Röcke und ich bin sicher da kommen noch mehr.

Einziges Problem ist, dass die Röcke keine Taschen haben. Ich werde mich mal an einer Nahttasche versuchen, evtl mit Reißverschluss. Damit man wenigstens mal ein Tempo oder so verstauen kann.

Zum Schluss noch Tragefotos. Da ich aber nicht gerade gerne vor der Kamera stehe, gibt es nur Schnapsschüsse aus dem letzten Urlaub. Ich hoffe man erkennt die Röcke trotzdem ganz gut.

Und damit geht es zu RUMS, wo jeden Donnerstag, Frauen Dinge zeigen, die sie NUR FÜR SICH genäht, gehäkelt, gebastelt haben. Denn da muss man ehrlich sein: Für sich selbst näht man am Ende noch am seltensten….