… und die zweite folgt sogleich!

Nachdem die erste Tasche so gut funktioniert hatte, und der Stoff für die Zweite schon darauf wartete, verarbeitet zu werden, macht ich mich am Wochenende schon an meine zweite Tasche.

Hier das benötigte Material, wobei der Retrostoff natürlich Geschmackssache ist. Wer mich kennt, weiß aber, dass ich so ein Muster ohne mit der Wimper zu zucken auch an die Wand tapezieren würde. 😉 Ansonsten wählte ich für unten Kunstleder (viel zu teuer im Bastelgeschäft eingekauft), für oben braunen Breitcord (mein geliebter Opahosencord) und innen einen blauen Baumwollstoff.

 

Zuerst werden die Stoffe zugeschnitten und anschließend je nach Bedarf mit Vlieseline verstärkt. Was man NICHT tun sollte… die Verstärkung auf das Küchentuch bügeln, statt auf den Stoff… Ein Glück, dass zwischen Vlieseline und Bügeleisen noch das Tuch war, sonst hätte ich den Kleber am Bügeleisen gehabt… Und ich frag mich immer, wie andere es hinbekommen, ihr Bügeleisen mit Vlieseline zu versauen…. Und ich SCHWÖRE, ich habe fünf mal geschaut, ob es richtig herum liegt! Hätte wohl besser sechs mal geschaut… 🙄

Zuerst werden dann die Außenstoffe jeweils zusammengenäht. Da ich dieses Mal Baumwollstoff statt Kunstleder in der Mitte hatte, gab es beim Absteppen hier auch keine Probleme. Anschließend werden die Innentäschchen genäht und angebracht, die Reißverschlüsse vorbereitet, und weitere solche „Piedelaufgaben“ bevor es ans eigentliche Zusammennähen geht.

Zum Glück ist (wie ja schon letztes Mal erwähnt) alles sehr genau in der Anleitung beschrieben. Mit vielen Bildern, so dass man auch immer schauen kann, ob man auch immer die richtige Seiten festnäht und nicht plötzlich der Reißverschluss ins Innenfutter zeigt.

Und dann wird es spannend. Die eigentliche Tasche wird zusammengenäht. Hierbei ist die größte Herausforderung, dass eine ganze Menge starren Stoffs unter die dann plötzlich sehr kleine Nähmaschine muss…

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Und dann kommt immer der spannendste Moment. Das Wenden. Erst dann sieht man, ob wirklich alles da ist, wo es hingehört. Und nicht plötzlich die Gurtbefestigungen innen sind oder der Reißverschluss eben nach innen zeigt. Außerdem sieht man zum ersten Mal, ob die gewählten Stoffe auch so zusammen wirken wie man das vorher im Kopf hatte. Vernäht sehen manche Stoffe nämlich plötzlich ziemlich blöd aus.

Ich hatte großes Glück, alles war da, wo es hingehörte, und die Stoffauswahl gefällt mir immernoch 🙂 Dann musste nur noch die Innentasche in die Außentasche gesteckt werden.

Beim Gurtband machte ich es mir diesmal ganz einfach. Ich nahm den Träger einer vorhandenen, gekauften Tasche, die ich ewig nicht benutzt hatte. Es handelt sich um ein Baumwollgurtband, das farblich gut passte. Und man muss ja nicht immer das Rad neu erfinden. Et voilà: Meine zweite Foldover:

Natürlich wieder mit Handy-Innenfach und Reißverschlussfach innen. Hier noch ein paar Detailaufnahmen:

Mein Material ist jetzt erst einmal aufgebraucht, aber ich bin mir sicher, dass sich das auch nochmal ändert 😀 Außerdem habe ich eben erst festgestellt, dass es bei dem Schnittmuster auch eine Taschenvariante mit Außenfach gibt. Das muss SELBSTVERSTÄNDLICH auch ausprobiert werden!

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Meine erste Tasche!

Da ich in den letzten Tagen abends Zeit hatte, habe ich mich mal an ein Projekt gewagt, das ich schon lange vorhatte. Eine Handtasche, genauer gesagt, eine Foldover-Tasche. „Foldover“ bedeutet, dass der obere Teil der Tasche umgeklappt werden kann, so dass wirklich niemand unbemerkt an den Inhalt gelangen kann. Vor Jahren hatte ich mir eine solche Tasche gekauft und war seitdem immer wieder auf der Suche nach einer neuen. Tja, und dann sah ich diese Tasche plötzlich in allen möglichen Nähgruppen bei Facebook. Die Foldover-Tasche von Hansedelli. Es war direkt klar, dass ich mich da mal heran wagen musste. Ja, und dieses Wochenende war es dann so weit. Ich kaufte Kunstleder bei Tedox, bestellte Karabiner und Reißverschlüsse im Internet (die sind im örtlichen Handel wirklich unverschämt teuer) und ergatterte auch noch einen schönen, dicken, passenden Baumwollstoff als Reststück in einem Stoffladen.

Zuerst hab ich die Innenseiten zugeschnitten und die Außenseiten zusammen genäht.

Bei den Außenseiten hatte ich dann schon das erste Problem. Trotz Teflonfüßchen wollte das Kunstleder beim Absteppen einfach nicht transportiert werden. Ich musste also manuell nachhelfen. Das sieht man deutlich am Stichbild, es ist sehr ungleichmäßig. Aber da schaut ja niemand so genau hin 😉 Die Innenteile sind mit Vlieseline H250 verstärkt, bei der Außenseite ist nur der obere Bereich mit dem Baumwollstoff mit H630 verstärkt.

Bei dem einen Innenteil sieht man auch schon den ersten Schnickschnack der Tasche: Eine zweigeteiltes Innenfach für Handy , Schlüssel und co. Das ist ganz simpel einfach auf das Innenteil aufgesetzt und abgesteppt:

Die Zwillingsnadel hab ich dafür (wie unschwer zu erkennen ist) NICHT benutzt. Das ist mir bei dem groben Stoff auch zu heikel mit den zarten Nädelchen. Ich habe übrigens für die gesamte Tasche eine 90er Jeansnadel verwendet. Gut. Eigentlich zwei. Die erste ist am Reißverschluss gescheitert…

Tja, nachdem die Tasche also soweit war, musste ich eine Zwangspause einlegen, weil der Onlineshop meines Vertrauens leider etwas hinterherhinkte mit der Lieferung von Reißverschlüssen, Gurtband und co. Gestern Abend ging es dann aber weiter. Da ich aber soooo im Nährausch war, habe ich ganz vergessen, das ein oder andere Foto zu machen. 😳

Das erste mal Reißverschluss, das erste mal eine Tasche, das erste mal Kunstleder…. war schon spannend. Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Bin stolz wie Bolle:

Das Gurtband ist selber genäht, da von den bestellten Bändern optisch keines gepasst hat. Dazu habe ich einen 10 cm breiten und 140 cm langen Streifen rundherum versäubert, die Seiten eingeschlagen, das ganze in der Mitte gefaltet (natürlich immer gut gebügelt) und dann die Ränder der Länge nach abgesteppt.

Neben dem Innenfach hat die Tasche sogar noch ein Reißverschlussfach! Hab keinen Schnickschnack ausgelassen. Nähen am Limit 😆 Hier ein paar Detailfotos. Selbstverständlich nur von den schönen Stellen 😎

Die Tasche ist ein schönes Beispiel dafür, dass sich sogenannte Ebooks meistens lohnen. „Ebooks“ sind in den Hobbynähkreisen Schnittmuster mit Anleitungen, die man im pdf -Format käuflich erwerben kann. Im Gegensatz zu „Freebooks“ (welch eine herrliche Wortschöpfung, oder?), die kostenlos sind. Daneben gibt es natürlich noch die klassischen Papierschnittmuster. Hier handelt es sich jedenfalls um ein Ebook und die Anleitung dieser Tasche ist wirklich, wirklich verständlich. Jeder kleinste Schritt ist mit vielen Bildern erklärt, so kann man auch als Anfänger ohne Probleme eine tolle Tasche nähen! Super Sache, wirklich. Vielen Dank an Hansedelli für das tolle Ebook!

Und da die Tasche unendlich viele Stoffkombinationen ermöglicht und Frau ja sowieso nie genug Taschen haben kann, werden wohl noch einige Foldovers folgen!