Ich hätte gerne mehr gemacht…

Bei diesem Probenähen war der Wurm drin. Ich ärger mich irgendwie immer noch…. Aber von Anfang an.

Ich hatte mich parallel bei zwei Probenähen beworben. Das ist ersteinmal nichts ungewöhnliches, denn die Chance, genommen zu werden ist ja meistens eher gering. Als dann die Zusage für ein Damen-Oberteil kam, habe ich mich natürlich gefreut. Die zweite Bewerbung lief bei Aleksio. Aleksio designt Kuscheltiere. Und das wirklich, wirklich toll. Ich selber habe auch schon eines ihrer Ebooks gekauft. Vor Monaten schon. Allerdings hat mich die Anzahl der Schnittteile bisher vom Nähen abgeschreckt. Seit Hasi kann mich diesbezüglich aber nichts mehr schocken. Und so habe ich mich gerne beworben, als Aleksio Probenäher für ein weiteres Kuscheltier suchte. Es sollte ein Krokodil werden. Stattliche 60 cm lang. „Ich hätte gerne mehr gemacht…“ weiterlesen

Ein Hase, der nicht hüpft…

…jedenfalls nicht von der Nähmaschine!

Ich habe wieder bei einem Probenähen mitgemacht. Dieses Mal etwas ganz anderes. Ein Kuscheltier, genau genommen ein Hase. Ich habe schon ein paar Kuschentiere genäht und finde selbstgenähte Kuschelfreunde einfach süß! Also hab ich mich gefreut, mit zum Probenähteam für den „Meister aller Lampen“ zu gehören.

Schon beim Zuschnitt merkte ich aber, dass ich es hier mit einer anderen Kategorie von Kuscheltieren zu tun hatte. Der Hase sollte aus 26 Teilen zusammengesetzt werden! Also meine bisherigen Kuscheltiere bestanden aus 2-6 Teilen… jedenfalls nicht mehr als 10! Puh…. das kann ja was werden. „Ein Hase, der nicht hüpft…“ weiterlesen

Nahtzugabe… mehr als eine parallele Linie

Die Sache mit der Nahtzugabe…. In meinen Augen ein absolut logisches Konstrukt. Aber in allen Nähgruppen tauchen immer wieder Sätze auf, die mir zeigen, dass das für viele doch ein Buch mit sieben Siegeln ist. Sätze wie die folgenden:

„Wieso gibt man bei einem Schnittmuster nicht direkt eine Nahtzugabe dabei?! Zum kotzen!“

„Wieso ist bei dem Schnittmuster die Nahtzugabe schon mit drin?! Zum kotzen!“

„Ich nähe dann einfach eine Nummer größer ohne Nahtzugabe, passt super“ „Nahtzugabe… mehr als eine parallele Linie“ weiterlesen

Challenge Accepted

Als ich den Probenähaufruf von Waldgefährten las, habe ich mich direkt beworben. Das Label Waldgefährten hat wunderschöne Ebooks für kleine Kuscheltiere. Besonders beliebt und bekannt ist hier „Reh Emmi“, in das ich mich schon lange verliebt hatte. Beim Probenähen sollte es um ein neues Ebook gehen, aber dieses Mal nicht für Kuscheltiere, sondern für ein Kleidungsstück. Welches, wurde jedoch nicht verraten. „Challenge Accepted“ weiterlesen

Mysterium Zwillingsnadel und ihre Alternativen

Wie ganz viele Näherinnen fing ich in der Elternzeit mit dem Nähen an. Ja, denn es gibt wirklich spannenderes als ein Baby zu hüten, besonders, wenn man das Glück hat, ein unkompliziertes Exemplar erwischt zu haben. Diese Exemplare schlafen nämlich viel und beschäftigen sich tatsächlich gerne selber. Schauen mit großen Augen in die Welt und brabbeln vor sich hin. Da braucht man eine Möglichkeit, sich zu Hause zu beschäftigen. Und nähen ist da optimal.

Das heißt aber auch, dass man das Nähen damit beginnt, Babykleidung zu nähen. Also bevor man sich mal gründlich mit der Materie „Nähen“ befasst, geht es meistens direkt an Jersey, der nunmal nicht der dankbarste Stoff beim Verarbeiten ist. Hier einen sauberen Abschluss der Nähwerke hinzubekommen ist auch für erfahrene Näherinnen nicht immer einfach. Meistens wird dann Bündchen als Abschluss genommen. Bei Babykleidung wirklich praktisch, aber spätestens, wenn die Kinder größer sind und / oder man etwas für sich selber näht, will man auch gerne mal Alternativen ausprobieren. „Mysterium Zwillingsnadel und ihre Alternativen“ weiterlesen

Aufgesetzte Taschen – Geht tatsächlich auch ordentlich

Ich habe schon immer gerne Kinderkleidung mit aufgesetzen Taschen versehen. Nicht weil das praktisch wäre, sondern weil man so bei Hosen vorne und hinten unterscheiden kann (für manche Erzieher scheinbar ein unlösbares Rätsel). Außerdem kann man so bei T-Shirts manchmal einen ungewollten „Schlafanzug-Charakter“ vermeiden. Je nach Motiv und Farbauswahl kann nämlich aus einem Pullover schnell optisch ein Schlafanzug werden. „Aufgesetzte Taschen – Geht tatsächlich auch ordentlich“ weiterlesen

Revier markieren

Wenn man viel näht, stellt sich früher oder später die Frage, wie man seine Nähwerke markieren kann. Und zwar aus folgenden Gründen:

  1. Größenangabe in Kinderkleidung
  2. eigenes Label als „Markenzeichen“
  3. Namen des Kindes, weil in der KiTa alles verschwindet

Es gibt dazu nun zahlreiche Möglichkeiten. Eigene Labels zum Einnähen kann man individuell im Internet erstellen und kaufen. Größenangaben kann man Plottern oder einfach mit einem Stoffmalstift hineinschreiben. Das gleiche gilt für den Namen des Kindes. „Revier markieren“ weiterlesen

Behind the scenes – Probenähen

Wer sich in der Online-Nähszene bewegt, kommt früher oder später mit dem sogenannten Probenähen in Berührung. Was hat es eigentlich damit auf sich? Nun, der Markt ist ja nahezu überschwemmt von Ebooks und Freebooks. In der Nähszene ist ein „Ebook“ eine (kostenpflichtige) Anleitung inklusive Schnittmuster. Als pdf. Ein „Freebook“ ist ein kostenfreies Ebook.

Beide Varianten haben eines gemeinsam: Es steckt viel Arbeit darin. Das Feintuning an so einem Ebook wird mit einem Probenähen gemacht. Ein ausgewählter Kreis von Näherinnen näht den Schnitt in jeder Größe, um die Passform zu optimieren und die Anleitung auf Qualität zu überprüfen. Der Lohn ist das Ebook (gut, bei Freebooks erübrigt sich das) und die Reputation. Diese wiederum führt zu weiteren Probenähereien und (was wir ja alle wollen) vielleicht sogar irgendwann mal Designnähen zu dürfen für einen Stoffhersteller oder ähnliches. Da ich das Thema recht spannend finde, habe ich mich das ein oder andere Mal auch beworben. Das geschieht einfach, indem man bei einem Aufruf (über Facebook) kurz schreibt, welche Größe man nähen kann, idealerweise mit einem Link zu seiner Seite. „Behind the scenes – Probenähen“ weiterlesen

Geburtstagskönig!

Wer Geburtstag hat, ist König für einen Tag! Ich halte ja eigentlich nicht so viel davon, kleine Prinzen und Prinzessinnen großzuziehen. Wir wurden ja auch nicht ständig wie Hochadel behandelt und das hat uns zu bodenständigen und netten Menschen gemacht. Jedenfalls trifft das auf die Mehrheit der Menschen zu.

Aber am Geburtstag darf es ruhig etwas mehr sein! Dabei ist es ganz egal, ob das Geburtstagskind 3 Jahre alt wird oder 30: Wer Geburtstag hat ist König und darf bestimmen. Und um das zu unterstreichen, bekommt das Geburtstagskind eine Krone. Und dank unseres schönen Hobbies, ist die Zeit der Burgerking- und Pappkronen vorbei. Und so gab es neben dem Geburtstagsshirt, das ich hier vorgestellt habe, auch eine genähte Krone. „Geburtstagskönig!“ weiterlesen

Ich rocke!

Als eine ganz liebe Freundin mir erzählte, dass sie schwanger ist, habe ich mich total gefreut. Und sofort hatte ich süße Strampler im Kopf, Hosen, Mützen… was man nicht alles für so einen kleinen neuen Erdenbürger nähen kann.

Aber dann erinnerte ich mich daran, wie ich mich im 4. Monat fühlte. Man fühlt sich noch nicht so richtig schwanger. Und ganz schlimm: Obwohl der Bauch noch kaum gewachsen ist, passen keine Hosen mehr! Ein Phänomen. Also beschloss ich, die baldige Mama mit einem Umstandsrock zu beglücken.

Da sie Pünktchen mag, war schnell klar, dass es ein Pünktchenrock wird. Ein hübsches Jeansblau mit ganz dunkelblauen Punkten. Dezent und süß. Da der Rock noch am gleichen Tag begeistert abgeholt wurde, konnte ich keinen besseren Bilder machen.

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Und da die zukünftige Mama so begeistert war, habe ich natürlich sofort beschlossen, ihr noch einen Rock zu nähen. Oder zwei. 😉

Hier habe ich dann nun auch daran gedacht, zwischendurch Bilder zu machen. Als Grundlage habe ich die Anleitung von Mamahoch2 für Ballonröcke genommen, wo ich in meinem Beitrag Röcke. Wie Jogginghose. Nur schicker. schon einmal gezeigt habe, wie ich nach diesem Tutorial Röcke für mich nähe.

Ganz vorne stand wie immer die Stoffwahl. Meine Freundin schickte mir ein paar Bilder von Stoffen, die ihr gefallen und man erkannte schnell, dass es wohl ein schönes Retromuster sein sollte:

20160422_153827Genau mein Geschmack! Und so macht Nähen ja am meisten Spaß. Ich gönnte mir einen Bummel durch alle örtlichen Stoffläden, fand aber nur einen einzigen passenden Stoff. Es ist schon verrückt, dass die Auswahl noch so groß sein kann, aber wenn man etwas ganz bestimmtes sucht, findet man NICHTS!

Einen zweiten Stoff bestellte ich dann online. Da musste ich dann etwas schmunzeln. Meine Freundin geht nämlich dann demnächst mit meiner Tapete im Partnerlook 😎

Passendes Bündchen kaufte ich dann wieder vor Ort, online ist das mit den Farben ja immer so eine Sache.

Nach dem Stoffkauf kommt der Zuschnitt. Der Unterschied zwischen dem „normalen“ Ballonrock und einem Umstandsrock liegt bei mir einfach nur in der Höhe des Bündchen. Ich wählte eine Bündchenhöhe von 50 cm, bzw fertige Höhe dann 25 cm. Klingt wenig, ist aber ausreichend. Die restlichen Maße ergeben sich aus den Maßen der benähten Person. Sollte das Bündchen zu sehr ausleiern, kann man aber auch noch problemlos ein breites Gummiband einziehen.

 

Die Bündchen reichten bei meinem Rock im ursprünglichen Ring leider nicht aus und ich musste stückeln, dafür legte ich die Bündchen aufeinander, um jeweils den Rand abzuschneiden. So dass ich später zwei gleichlange Bündchenteile haben würde, die Nähte also genau seitlich sind. Beim Schneiden waren es dann doch eine ganze Menge Lagen und ich musste den Rollschneider ordentlich quälen…

Das Bauchbündchen sollte man nach dem Zusammennähen nun nochmal auf die korrekte Breite kontrollieren. Bei mir waren es noch ein paar Zentimeter zuviel, so dass ich an einer Seite nochmal großzügig vom Rand entfernt genäht habe. Die liebe Overlock macht ja dann den Rest. 😎

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Anschließend sollte man sowohl Bündchen als auch Rock jeweils bei einem Viertel markieren. So kann man beim Annähen gewährleisten, dass das Bündchen auch gleichmäßig gedehnt wird.

Zum Festnähen dann einfach Markierung an Markierung legen und feststecken. Alle offenen Seiten zeigen immer in die gleiche Richtung. Beim Nähen muss man das Bündchen dann gleichmäßig dehnen. Bei solch langen Nähten, markiere ich mir auch jeweils noch die Mitten der Viertel, so dass ich insgesamt 8 Markierungen bzw. Fixierungen habe.

Beim oberen Bündchen ist besonders darauf zu achen, dass ordentlich festgesteckt ist. Da nämlich der Poppes bei uns Damen meist deutlich breiter als der Bauch ist, muss das Bündchen beim Annähen ebenso deutlich gedehnt werden. Und damit am Ende des Bündchens nicht noch eine ganze Menge Stoff über ist, empfehle ich wirklich! ordentlich abzustecken.

Schließlich war der Rock dann fertig.

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Inklusive „Zuschnitt“ dauert das ganze nicht länger als 30-60 Minuten. Und weil ich grade dran war, ließ der nächste Umstandsrock nicht lange auf sich warten. Und da die Röcke diesmal nicht sofort von der Nähmaschine auf den Poppes gehüpft sind, hatte ich sogar Gelegenheit, sie zu fotografieren. Und hier die schönen Retroröcke, die hoffentlich zu einer entspannten Schwangerschaft beitragen:

Und weil ich dann grade so schön dran war, gab es auch noch Röcke für mich und meine Schwägerin. Und nein, KEINE Umstandsröcke. Kein weiterer Kindersegen in unsere Familie 😉

Und weil fast schon Donnerstag ist, geht es hiermit zu RUMS.