Wimpelketten sind dekorativ!

Es gibt etwas, das man leicht nähen kann, man kann Reste verwenden, es geht schnell… man muss nicht einmal Wendeöffnungen verschließen! Und dennoch hat es jetzt Monate gedauert, bis ich mich ENDLICH mal darangesetzt habe: Wimpelketten.

Das Nähen ist denkbar einfach. Zuerst wird aus Pappe ein „Schnittmuster“ hergestellt. Sprich, ein Wimpel. Etwas größer als die fertigen Wimpel sein sollen wegen der Nahtzugabe. Anschließend werden beliebig viele Dreiecke aus Stoff zugeschnitten. Ich habe Baumwolle und Jeans genommen. Zum Zusammennähen habe ich meine Overlock genommen. Bei Baumwolle ist sie eigentlich nur zum Versäumen geeignet, aber da ja keine Belastung auf den Nähten ist, ist das kein Problem. Zwar wäre es mit der Nähmaschine fast noch schneller gegangen, aber ich habe meine Overlock erst seit wenigen Wochen und liebe es, sie zu benutzen! Die Ecken unten habe ich gerade abgeschnitten, damit die Overlocknaht beim Wenden nicht stört. Die Fäden hab ich mit einem Feuerzeug abgeflammt.

Tja, was soll ich sagen… Wenn man erst einmal dran ist, geht das Wimpelnähen wie von selbst… Die unkontrolliert aus allem Greifbaren genähten Wimpel hab ich dann sortiert. Geplant waren zwei Wimpelketten, am Ende waren es dann drei:

Nur das Bügeln am Ende nervte ein wenig. Bin nicht so der Bügelfreund. Aber was muss, das muss. Jetzt mussten sie nur noch zu einer Kette verbunden werden. Sonst wäre es ja keine Wimpelkette. Sondern… naja… nur Wimpel eben.

Ich nahm dazu Baumwollschrägband, das ich in der Mitte gefaltet habe. Bei der ersten Kette habe ich noch die Wimpel mühsam abgesteckt, bei der zweiten hab ich mir das schon gespart, sondern einfach Wimpel für Wimpel eingelegt und mit einem einfachen Gradstich angenäht:

So kam ich auch gut voran. Bis gaaaanz am Ende…. bei der letzten Wimpelkette… beim allerletzten Wimpel…. auf den letzten Zentimetern…  wenn man grade schon dem quengelnden Sohn zugerufen hat „Nur noch 10 cm, Schatz“…. dann passiert das:

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Oberfaden gerissen. Kennt ihr, oder? Weitere Varianten sind leere Unterfadenspulen, gebrochene Nadeln, leerer Oberfaden oder einfach eine Maschine, die aus heiterem Himmel lieber Fadensalat produziert als eine saubere Naht. Naja, die letzten 10 cm durfte ich dann aber unbehelligt zu Ende nähen!

Und aufgehangen war ich mit meinem Werk wirklich sehr zufrieden! Nur die dritte (und eigentlich schönste) Kette hängt noch nicht.

Und weil das Wimpel nähen so schnell geht, habe ich am nächsten Tag direkt eine kleinere Kette gemacht, die nun als Türschild am Kinderzimmer dient.

Hier habe ich ein Stück Jersey auf Vliesofix aufgebügelt und auf die Papierseite die Buchstaben gemalt. Selbstverständlich ist mir erst am Ende aufgefallen, dass die ja spiegelverkehrt sein müssen. Glück im Unglück: Ich musste nur das „N“ neu machen. Dummerweise gab es aber ausgerechnet davon 2 Stück 😉

Die Buchstaben habe ich dann auf die Wimpel gebügelt und mit einem einfachen Gradstich festgenäht. Die Wimpel wurden dann mit Baumwollschrägband zusammengenäht und anschließend noch das hübsche Webband obendrüber. Eine schöne Möglichkeit mal Webband in Szene zu setzen. Da ich wenig „Tüdelkram“ wie Utensilos nähe, habe ich sehr selten Verwendung für schöne Webbänder.

Also: Ran an die Wimpel. Auch prima als Entspannung für zwischendurch, wenn ein Projekt mal so gar nicht gelingen will! Aber Vorsicht: Während ich dachte, jeder mag Wimpelketten und schon insgeheim beschlossen hatte, alle Neu-Eltern im Freundeskreis damit zu beglücken, war mein Mann alles andere als begeistert. Für ihn wäre das was, das ans Schiff gehört und er fände es suspekt, sowas als Deko ins Zimmer zu hängen. Tja. Also lass ich das besser mir dem zweifelhaften beglücken wehrloser Eltern.

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Ein Tragecover muss her!

Ich habe meinen Sohn von Anfang an viel getragen. Da ich auch bei Wind und Wetter unterwegs bin, musste ein Tragecover her. Die Kälte war da nicht das Problem, sondern der Regen. Wir gehen auch wandern und da ist es natürlich ungünstig, wenn es plötzlich furchtbar regnet und der kleine Mann nicht ordentlich eingepackt ist.

Ich wählte das Tragecover von Le Kimi. Schon beim Ausdruck merkte ich, dass hier andere Dimensionen im Spiel sind als bei Mützchen und Pullis. Jetzt musste Stoff her. Auch wenn jetzt viele Aufschreien wegen Schadstoffen und so: Ich besorgte mir einen textilen Duschvorhang. Knallgelb. Innen sollte dann blau rein, so dass es im Style eines Friesennerz wird.

Das Cover war überraschend schnell genäht. Da ich aber doch die Größe unterschätzt hatte, musste die Kapuze mit einem Pünktchenstoff gefüttert werden. Außerdem kam ein eigens besorgtes Pünktchenwebband nicht wie geplant an den Rand der Kapuze, sondern wurde eine Art Rallystreifen von oben nach unten.

 

Die vorgesehene Befestigung habe ich mir gespart. Das wären solche Bänder gewesen, die dann irgendwie noch um den Körper zu wickeln gewesen wären. Ich habe stattdessen Druckknöpfe oben am Rand angebracht. Ich hoffe man erkennt es:

tragecover (4)

Und da es irgendwie an den Seiten nicht so wirklich regendicht war, habe ich noch einen Druckknopf in die Mitte gemacht und ein Schnullerband zweckentfremdet:

tragecover (1)

Nicht schön, aber selten, sagt meine Mama immer. 😀 Jedenfalls erfüllt es seinen Zweck hervorragend. Und während andere Kinder unter Plastikplane im Kinderwagen sitzen, ist mein Sohn trocken und eingekuschelt bei mir. Für mich die perfekte Lösung auch bei Regen! Und eigentlich war dieses Tragecover auch mein erstes Upcycling-Projekt!