Wenn die Eltern Lego lieben

Als mein Bruder Nachwuchs erwartete, war für mich schnell klar, dass der neue Erdenbürger ein cooles Lego-Outfit bekommt. Der Plan war klar: coolen Legostoff besorgen und daraus komplettes Erstlingsset nähen. Tja, wie das mit Plänen rund ums Baby so ist: Der Plan ging nicht auf. Es scheiterte am Legostoff. Ich suchte mich monatelang durchs Internet, führ zu Stoffmärkten, fragte Bekannte im Ausland…. fand aber nur einen Baumwollstoff. Später gab es dann tatsächlich einen Lego-Jersey, allerdings war der knallbunt. Zu bunt für mich.

Also änderte ich den Plan und suchte nach Legoapplikationen. Aber auch hier: Nichts zu bekommen. Schließlich landete ich bei Legowear. Eine Bekleidungsmarke aus dem Hause Lego. Die Motive hier waren aber leider zum einen nicht schön (hauptsächlich Starwars) und zum anderen gab es nichts mit Legomotiv in den kleinen Größen.

Dann plötzlich sah ich ein T-Shirt bei Mamikreisel, einer online Plattform für gebrauchte Kindersachen, und hatte einen neuen Plan. Eine Wendehose für gute und schlechte Tage.

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Eine Wendehose hatte ich bislang noch nie genäht. Aber es gibt eine tolle Anleitung bei olilu.de, die sich eigentlich auf jedes Hosenschnittmuster mit Bündchen anwenden lässt.

Die Köpfe wollte ich ausschneiden und auf den Poppes applizieren. Die Schrift sollte ans Bein vorne genäht werden. Das bedeutete, ich brauchte einen Hosenschnitt, der hinten keine Naht hat. Außerdem sollte die Hose nicht allzu pumpig sein, da die ganz kleinen in diesen Hosen einfach noch ersaufen. Aber es war gar nicht so einfach, eine solche Hose zu finden. Schließlich nahm ich mir das Schnittmuster Frechdachs und nahm am Bruch einige Zentimeter weg. Außerdem machte ich die Rundung außen etwas weniger ausladend. Und so entstand eine wenig pumpige Hose, die hoffentlich gut passt:

Die Naht um die Legoköpfe musste ich zum größten Teil mit dem Handrad machen, um möglichst genau auf der Konturenlinie zu bleiben. Ich muss gestehen, meine Hand tat danach ganz schön weh und ich habe mich mehr als einmal für den Plan verflucht.

Und noch ein flacher Witz zum Schluss…. Der Plan für die WENDE-Hose entstand tatsächlich am Tag der Deutschen Einheit…

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Puschenfieber!

Zum ersten Weihnachtsfest des Kleinen wünschten wir ihm von den Großeltern Lederpuschen. Er fing auch gerade an sich hochzuziehen, also der perfekte Zeitpunkt für rutschsichere Puschen. Barfuß ist im Winter ja auch nicht optimal, obwohl ich grundsätzlich großer Barfußfan bin. Selbernähen wollte ich nicht, da mir das viel zu fummelig erschien.

Jedenfalls kam es aber so, dass keine Lederpuschen unter dem Weihnachtsbaum lagen, sondern das Geld, um welche zu kaufen. Als ich dann aber gesehen habe, dass die Puschen zwischen 20 und 50 Euro kosten, beschloss ich, es doch mal mit selber nähen zu versuchen. Das Unterfangen schob ich dann aber wieder Wochenlang vor mir her. Bis ich im Infoblatt der Krippe stand, dass die Kinder rutschsichere Puschen da haben sollten. Hm. In dem Moment war mir dann klar, dass ich nun doch nähen muss. Kurzerhand bestellte ich bei Joe&Anna Leder. Ein Restepaket für Jungs und weil ich nicht sicher war, wieviel das ist, noch zwei Din A3 Zuschnitte in den neutralen Farben braun und grau. Das Restepaket hätte aber dicke (!) gereicht. Für sicherlich 4-5 Puschenpaare. Dazu noch ein Päckchen Ledernadeln.

Das Paket kam bereits am nächsten Tag an und das war ein verregneter Samstag. Samstags kümmert sich mein Mann um den Kleinen, so dass ich dann Zeit habe. Es gab also in dem Moment keinen Grund, NICHT sofort anzufangen.

Das kostenlose Schnittmuster Theo hatte ich mir bereits heruntergeladen und ausgedruckt. Auch hier: Keine Ausreden….

Also ging es los. Da mein Mann erwähnte, er hätte gerne ein Fußballmotiv, bastelte ich auch noch kurzfristig mit Stoffresten und Vliesofix kleine Fußbälle zusammen. Heute würde ich eher nochmal losfahren und Applikationen kaufen. Aber für die Probepuschen sollte das reichen.

Das erste Paar war eine Katastrophe beim Nähen. Das Leder wollte sich einfach nicht unter dem Nähfuß bewegen, sondern klebte daran fest. Ich versuchte es mit Tesafilm unter dem Füßchen und mit Klebeband. Keine Chance. Erst Backpapier brachte da einen Erfolg. Allerdings führte das dazu, dass ich mehr oder weniger im Blindflug nähte und alles sehr krumm und schief wurde. Trotz dieser mehr als widrigen Umstände muss ich sagen, dass es Spaß machte. Und als das erste Paar fertig war, war ich stolz wie nie auf ein genähtes Werk:

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Dann bestellte ich ersteinmal ein Teflonfüßchen. Als das ankam, probierte ich es direkt aus. Und siehe da: Es ist jetzt nicht so, dass man Leder damit ähnlich komfortabel nähen könnte wie Baumwollwebware, aber es ging DEUTLICH besser. Bei den kleinen Puschen muss man ja eh langsam und mit bedacht nähen, so dass es nicht stört, wenn es dann doch mal hängt. Man merkt es ja direkt.

Für das zweite Paar verwendete ich ein Webband, in das ich mich auf einem Kreativmarkt verliebt hatte. Für die Front drehte ich einfach das Leder herum, da mir die „rechte“ Seite des Leders nicht gefiel. Die raue ist aber wie Wildleder und ebenso gut zu verwenden. Und so entstand mein zweites Paar:

Das dritte Paar entstand dann für meinen Bruder, der gerade in den USA Papa geworden war. Ein Stückchen Heimat für den kleinen Neffen:

Anschließend bestellte ich nochmal Leder. Ich hatte Puschen mit Lochleder gesehen und fand die super. Und da ich ja auf Überraschungspakete stehe, bestellte ich direkt ein weiteres Restepaket. Diesmal ein „Mischpaket“. Jaaaa, das war dann auch eine Überraschung. Es war Glitzerleder drin. Ich und Glitzerleder…. Da musste ich schmunzeln. Aber da die Geschmäcker ja verschieden sind, entstand auch daraus Puschen für einen rosa-pinken Totenkopffan:

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Danach ging es wieder dezenter weiter:

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Meine Lieblingspuschen sind die Folgenden. Die Idee sah ich mal im Internet und fand sie super. Außerdem perfekt für das neu erstandene Lochleder!

Und hier nochmal alle Puschen zusammen. Es werden sicher noch viele folgen! Sie sind schnell genäht, im freien Handel wirklich teuer (es steckt eben viel Arbeit drin) und die Möglichkeiten sind wirklich grenzenlos. Mein Kopf ist voller Ideen!

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Frechdachs mal dezenter

Das Schnittmuster Frechdachs von Lilabrombeerwölkchen ist eigentlich sehr bunt. Jedenfalls wird die Hose gerne bunt gestaltet, was sich aufgrund der Unterteilung und der pumpigen Form aber ja auch anbietet.

Ich persönlich habe sie anders gestaltet. Als großer Cordfan habe ich schönen braunen Breitcord verwendet (meinem Mann nennt das „Opahosencord“, und damit hat er irgendwie recht) und mit einer dezenten Knopfleiste verziert. Die Kombination aus Dunkelblau und Opabraun finde ich persönlich super! Manchmal ist weniger eben mehr.

Aber seht selbst!

Weil das mit Webware so schön geht, habe ich das ganze auch mal mit einem Anzugstoffschnäppchen gemacht. Hier handelt es sich auch um meine erste gefütterte Hose. Leider waren die Beine unten zu eng und auch die Bündchen zu frechdachsCord2schmal. So musste ich die Bündchen erneuern und die Beine weiter machen. Das war am Ende ein ziemliches Gebastel. Mehr als zwei oder dreimal wurde die Hose dann auch nicht getragen. Die Cordhose dagegen ist immernoch im Dauereinsatz! Leider ist sie so langsam zu klein. Mal sehen ob die nächste Lieblingshose aus Breitcord ebenfalls ein Frechdachs wird….

 

Papas Jeans ganz neu

Der Papa hat die Lieblingsjeans (ENDLICH!) aussortiert. Jetzt lag das alte Teil hier wochenlang herum und ich wollte schon die ganze Zeit dem Kleinen eine Jeans daraus machen. Aber irgendwie fehlte mir die zündende Idee. Bis ich einen Stoffrest in der Hand hielt und wusste: Das wird kombiniert!

Also machte ich mich direkt ans Werk. Zuerst habe ich die Hosenbeine abgeschnitten und an der äußeren Naht aufgeschnitten.20160131_184420 Dann musste ich das Schnittmuster irgendwie auflegen, so dass die schöne Jeansnaht auch später außen ist.
Gar nicht so einfach an einem Sonntag Abend….

Diese runden Dinger sind übrigens Metallscheiben. Mein Goldstück von Bruder ist KFZ-Mechaniker und konnte mir die aus der Werkstatt besorgen. Jedes Teil wiegt 70 Gramm. Absolut perfekt für meinen Zweck. Meine Schnittmuster sind auf Backpapier abgepaust und daher wenig widerspenstig. Hier sieht man auch schön, dass ich in der Mitte das Schnittmuster zusammengelegt habe. Da im Muster die Nahtzugabe schon enthalten ist, überlappend. Wobei das hier eh sein musste, da mein Mann doch offensichtlich ein schlankes Bein hat.

Zweimal wurde das zugeschnitten. Damit ich mich beim späteren dekorieren und zusammennähen verlaufe und oben und unten verwechsle, habe ich zu allererst mal hinten die beiden Teile zusammen genäht. Dann ging es ans dekorieren. Der Kombistoff sollte hinten als Tasche dienen und vorne als Patches auf die Knie. Da der Stoffrest aber doch sehr klein war und ich die Tasche hinten aber gerne groß haben wollte, konnte ich den Stoff nicht wie üblich doppelt nehmen für die Tasche. Also musste eine andere Lösung her. Kurzerhand nahm ich ein Stück Leder und bastelte aus Leder und Stoffrest eine Gesäßtasche. Mit Textilkleber konnte ich die Sachen vor dem Nä20160131_194754.jpghen fixieren. Ich finde für das arbeiten mit Leder ist Textilkleber sehr praktisch. Dann kamen noch Kniepatches dazu. Die umrande ich gerne mit einem etwas
groberem Zickzack und nähe außerdem nochmal überkreuz mit einem einfachen Geradstick darüber. Das sieht etwas rustikaler aus. Ich mag das. Besonders in Kombination mit groberen Stoffen wie Jeans und Cord.

So sah es dann fertig dekoriert aus:

Dann musste ich nur noch die vordere Naht schließen und anschließend die Schrittnaht. Dann suchte ich noch passendes Bündchen. So wirklich cooles passendes Bündchen habe ich nicht gefunden, also wählte ich ein neutrales, graues. Damit kann man selten was falsch machen. Und so sieht das gute Stück fertig aus:

Geplant war eine Größe 80. Da ich aber vergessen hatte, die Beine für das Bündchen zu kürzen, kam eher eine 86 dabei heraus. Da die Hose aber recht schmal ist und ja oben und unten Bündchen hat, kann mein Schatz sie auch jetzt schon anziehen. Der Vorteil: Sie ist durch die Länge super Krabbel- und Tragetuchtauglich!

Und der Papa freut sich auch, dass das gute Stück noch etwas weiterleben darf!

Kombinationswunder-Mütze

Heute will ich euch ein weiteres, tollen Schnittmuster vorstellen. Da mein kleiner Sohn einen schmalen Kopf hat, passen die meisten Mützen nicht so richtig oder sehen schlichtweg doof aus. Also habe ich einige Mützenschnittmuster versucht. Im Herbst 2015 kam dann das Schnittmuster „Chrisbeanie“ von den Rockerbuben raus. Ein Freebook, das eine normale Beanie einfach nur hübsch unterteilt hat.

Im Internet wurden immer wieder tolle Beispiele gezeigt, teilweise mit den wildesten Kombinationen. Aber gerade das hat mir gefallen. Ich bin kein Freund des wilden kombinierens, aber bunt wurde dann die erste Chrisbeanie dennoch. Und weil ich grade in Fahrt war, gab es noch eine Halssocke dazu, die ebenfalls im Schnittmuster vorhanden ist. Aber mein Sohn hat eigentlich noch zu wenig Hals dafür 😉

 

Jedenfalls hat mich das Schnittmuster wirklich begeistert und ENDLICH auch mal eines, das meinem Schatz steht!

Und so entstanden schnelle einige Chrisbeanies. Die meisten als Geschenke…

 

Der Pullischnitt für alles

Nach Mütze und Hose wurde ich selbstbewusst. Ein Pullover sollte her! Da ich mir viel Wissen bei den Mädels von mamahoch2 angelesen hatte, nahm ich auch den dort erhältlichen Schnitt „Autumn Rockers“. Ein einfacher Pullover mit Raglanärmeln.

Beim Zuschnitt merkte ich schon, dass etwas mehr Aufwand dahinter steckt als bei Hose und Mütze. Und die Ärmel kamen mir RIESIG vor. Gut, dass der (teurere) Motivstoff bei mir immer an Vorderteil und Rücken ist, die Ärmel meist uni. 😉autumnrocker (3)

Beim Zuschneiden sollte man bei den normalerweise asymetrischen Ärmeln immer die Hinterseite markieren. Ebenso sollte man Vorderteil und Hinterteil entsprechend markieren. Ich persönlich habe mir von Anfang an angewöhnt, alle hinteren Seiten mit einer Nadel zu markieren. Wo bei mir also eine Nadel im Stoff steckt, ist immer hinten.

Bei meinem ersten Pulli habe ich bereits Armpatches angenäht. Einfach mit einer Nadel festgesteckt und mit einem Zickzackstich festgenäht. Supereinfach und sieht schick aus.

Es dauerte ungefähr 2 Stunden bis mein allererster Pullover fertig war. Mann, war ich stolz!!!!

autumnrocker (1)Was mir aber immer wieder passiert, wenn ich mal wieder nicht aufpasse: Ich nähe den zweiten Ärmel falsch herum an. Also links auf recht. Jedesmal aber der klassische Fall von: „Sieht irgendwie komisch aus. Aber erstmal die Naht fertig nähen, DANN gucken“

Und so wie links sieht das dann aus…. da hilft nichts als auftrennen, nochmal nähen. Passiert natürlich immer dann, wenn man es eilig hat. Hier in dem Fall war es ein Geburtstagsgeschenk, das zwei Stunden später fertig sein musste…. Hat aber noch geklappt und sowohl Geburtstagskind als auch Mama waren glücklich 😉

 

Ich nähe immernoch gerne nach dem Schnittmuster. Ergänzt um Kapuze, mit Applikation, Knopfleiste, lange Arme, kurze Arme, Rollsaum, Bündchen…. es entstehen immer wieder neue Unikate. Ein toller, variabler Schnitt!

 

Die erste Hose

Nachdem ich meine erste Mütze fertiggestellt habe, wollte ich direkt weitermachen. Als nächstes sollte es eine Hose werden. Ich hatte keine Ahnung, welch tollen Schnitte es gibt und besorgte mir das nächstbeste Schnittmuster, das ich im Internet gratis fand. Es war Luis von Fadenkäfer. Zu dem Zeitpunkt für kurze Zeit free, sonst kostenpflichtig. Das Ebook beinhaltet aber neben der Hose auch eine Wickeljacke, lohnt sich also.

Die Hose Luis besteht nur aus einem Stück un20150822_174625d somit nur aus zwei Nähte plus Bündchen.

Ich war wirklich erstaunt, wie schnell das ging und nach kürzester Zeit hatte ich voller stolz meine erste Hose in der Hand! Dass das Muster auf dem Kopf steht fiel mir erst Wochen später auf. Also: Wenn dieser Fehler passiert: ignorieren.

Das schöne am Luis ist, dass keine Naht vorne das Muster unterbricht. Das ist besonders bei großen Mustern und kleinen Größen sehr schön. Außerdem ist Luis recht eng. Besonders Neugeborene sind so dünn, dass sie in den großen Pumphosen nahezu ertrinken. Mittlerweile nutzen wir die doch recht eng gewordenen ersten Hosen als Leggins unter den normalen Hosen. Ich mag keine Strumpfhosen und die schmale Hose ist eine prima Alternative. Außerdem rutschen die Hosen beim Tragen im Tragetuch nicht hoch. Ein riesiger Vorteil bei tragebegeisterten Eltern wie wir!

Ich muss unbedingt Nachschub nähen!

 

 

Jeder fängt mal klein an… sehr klein…

Es war soweit. Mein erstes Projekt stand an. Schnell und einfach: eine Beanie fürs Kind. Mit dem Freebook von Mamahoch2 sollte das kein Problem sein.

Also: Schnittmuster ausgeschnitten, mal kurz ein Anleitungsvideo überflogen (ohne Ton natürlich, ist ja selbsterklärend..), Stoff gesucht, zugeschnitten und losgenäht.

Heraus kam… Trommelwirbel…. eine Mütze. Aber so klein, dass sie gerade mal unserem Plüschhund passte:

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Was war passiert? Das Schnittmuster sieht vor, dass man es nach unten nach Belieben verlängert. Je nachdem wie lang die fertige Beanie sein soll. Tja. Ich Schlaumeier habe das Schnittmuster gekürzt. Wollte ne Mütze, die nicht so doll herunterhängt. Es war das erste und das letzte Mal, dass ich ohne Anleitung zu lesen, etwas genäht habe.

Später sind eine Menge Mützen nach dem Schnittmuster entstanden. Hauptsächlich Geschenke für die Kleinsten. Entschuldigt die schlechten Bilder, aber damals habe ich nur aus Whatsapp heraus fotografiert. Ohne Ehrgeiz, dass die Bilder hübsch sind.