Monster ärger dich nicht!

Folgendes Spiel habe ich zu Weihnachten verschenkt:

Am Anfang jedes Projektes steht die Idee dazu. Die hatte ich bereits vor über einem Jahr. Kurz vor dem letzten Weihnachtsfest sah ich in einer Nähgruppe ein genähtes Mensch-Ärger-Dich-Nicht. Das hat mir SEHR gefallen und ich nahm mir fest vor, für dieses Jahr meiner Nichte und meinen Neffen ein solches Spiel zu nähen.

Im Sommer sah ich dann in einer Gruppe das Monsterspiel. Ich fand schnell den zugehörigen Blogbeitrag: http://unddannkamirma.blogspot.de/2016/01/mensch-argere-dich-nicht.html und war hin und weg. Auf dem Blog findet man eine tolle Anleitung und ein Schittmuster, das ich mir natürlich direkt ausdruckte. Ich habe für mein Spiel letzten Endes aber nur die Monster verwendet. Beim Spielfeld hatte ich andere Pläne. Es sollte größer werden. Und rund. Ich kaufte dann direkt auch passenden unifarbenen Stoff und war hochmotiviert, SOFORT loszulegen. Joa…. Mehr ist dann aber erstmal das ganze Jahr über auch nicht passiert. Ihr kennt das. 😎

Eine Woche vor Weihnachten beschloss ich dann, das Spiel nun doch noch zu nähen. Ein paar Kreise aufnähen, ein paar Figuren…. Ist ja alles keine Kunst. Die Gesichter der Figuren wollte ich plotten, da mir der Weihnachtsmann ein paar Tage vor Weihnachten ein solches Zaubergerät brachte. Plotten geht ja schnell, und so ein Gerät ist ja keine Raketentechnik…. *räusper* Ich muss wohl nicht erwähnen, dass das „bisschen“ zu tun mich bis auf den letzten Drücker alle meine Zeit bis Weihnachten kosten würde…. ABER: Ich war pünktlich fertig! *selberaufdieschulterklopf*

Wenn ihr auch diesen Wahnsinn betreiben wollt, benötigt ihr folgendes Material:

  • Jeweils 1,4 m Stoff (VB) für die Vorder- und Rückseite des Spielfeldes
  • Pro Farbe ca. 0,5m (VB) Für die Kreise und die Spielfiguren
  • Passendes Garn (pro Farbe und Kontrast zum Spielfeld)
  • 4,5 m dicke Kordel
  • Unterlegscheiben aus dem Baumarkt mit ca 5-6 cm Durchmesser
  • Schaumstoff (ca. 30 x 30 cm, 2-3 cm dick)
  • Vliesofix
  • Material für die Monstergesichter (Stoff, Garn oder Plotterfolien)
  • Arbeitsmittel (Trickmarker, Schere, Nähmaschine…)

Zuallererst habe ich für das Spielfeld den Kreis ausgeschnitten. Dafür habe ich die Mitte des Stoffs markiert, eine Schnur an den Trickmarker gebunden und die Schnur so in der Mitte fixiert, dass ich einen größtmöglichen Kreis auf den Stoff malen konnte. Diesen Kreis habe ich dann mit der Zickzackschere ausgeschnitten:

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Anschließend habe ich mir ein Bild eines Mensch-Ärger-Dich-Nicht-Spielfeld aufs Handy geladen und die Punkte gezählt. Das Spielfeld ist quasi 11 Kreise lang und breit. Genauer gesagt: 10 Kreise und die leere Mitte. Ich habe meinen Kreis nochmal ausgemessen und am Rand für Nahtzugabe und den Abstand zum Rand nochmal etwas abgezogen. Ich kam auf einen Durchmesser des eigentlichen Spielfelds von 120 cm. 121 cm sind nach Adam Riese 11 x 11 cm, ich hatte also pro Spielfeldpunkt ca. 11 cm Platz. Ich malte nun mit Hilfe von Zollstock und Trickmarker für jeden späteren Kreis einen Punkt auf das Spielfeld. Alle im Abstand von 11 cm. Dann mussten um die Punkte noch die Kreise herum. Damit die Kreise etwas Abstand zueinander haben, habe ich einen Durchmesser von 8 cm gewählt. Ich habe mir aus Pappe eine entsprechende Schablone ausgeschitten. In diese Schablone machte ich mittig ein Loch, damit ich auch die richtige Position fand. Der Trickmarker-Punkt sollte ja in der Mitte des Kreises sein und durch Pappe kann man ja nicht durchgucken. Nach gefühlten 5 Stunden waren dann alle Kreise auf den Stoff gemalt. Die später farbigen Kreise markierte ich mir zusätzlich. Diese würden appliziert werden, während die neutralen Felder nur mit einem Zickzackstich umrandet werden. Ich hoffe man erkennt ein bisschen was, der Trickmarker lag in seinen letzten Zügen:

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Und dann ging es endlich ans nähen. Insgesamt hat das Spielfeld 72 Kreise. 72! Davon sind 36 neutrale Felder. Diese habe ich dann alle einzelnd umrandet. Meine Maschine hat einen extra Stich zum Applizieren (Raupenstich), aber ein breiter Zickzack mir ganz kleiner Stichlänge sieht so ziemlich genauso aus.

Dann kamen die bunten Felder dran. Pro Farbe neun Kreise galt es auszuschneiden. Ich wählte sie genauso groß wie die neutralen Felder, konnte also wieder meine Schablone benutzen.

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Das jeweilige Startfeld umrandete ich dann mit Schwarz, die restlichen in passender Garfarbe. Die Kreise fixierte ich vorher noch mit Vliesofix.

Als ich fertig war (es dauerte wirklich eine gefühlte Ewigkeit und zum ersten Mal hatte ich vom Nähen schmerzende Hände!), schickte ich voller Stolz folgendes Bild an meine liebste Nähuschi:

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Diese würdigte die viele Arbeit mit den warmen Worten: „Haha! Das sieht ja voll aus wie ein Hakenkreuz“ WHOOOOT?! Und sie hatte recht! 😳 Ich war kurz davor, alles hinzuwerfen. Aber dann besann ich mich, der Point-of-no-Return war nach den Kreisen lange überschritten! Ich musste jetzt da durch. Um das zugegebenermaßen etwas unglücklich angeordnete Feld zu entschärfen. würde ich einfach noch etwas modifizieren. Dann musste der neue Plotter eben noch ein paar Verzierungen aufs Spielfeld machen und dann fällt das bestimmt nicht mehr auf. Aber merkt euch: Erst alles Anordnen, danach kritisch beäugen, DANN fixieren. Der Ursprungsplan sah übrigens so aus:

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Die spätere Anordnung ergab sich währen des Nähens.Tja. Manchmal bleibt man besser beim Ursprungsplan. Aber half ja nichts. Kreise waren festgenäht. Daran war nichts mehr zu ändern.

Als nächstes waren dann erstmal die Monsterspielfiguren dran (da konnte ich nichts falsch machen, solange sie keine Bärte bekommen). Glücklicherweise passte deren Große perfekt auf mein Spielfeld, so dass ich das vorhandenen Schnittmuster einfach verwenden konnte. Und so schnitt ich 16 kleine Monster zu und nähte sie zusammen. Sieht einfach aus, ist aber eine heiden Arbeit!

Danach überlegte ich mir, wie ich die Monster beschweren könnte, damit sie auch beim Spielen nicht ständig umfallen. In der Ursprungsanleitung wurden Plastikscheiben eingenäht, aber das erschien mir zu leicht. Mein Blick fiel dann auf meine Metallscheiben, die als Schnittmustergewichte herhalten müssen. Etwas kleiner wären sie perfekt für die Figuren! Also ab zum Baumarkt und solche Scheiben besorgt:

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Damit diese später nicht in den Monstern herumhüpfen, beschloss ich, noch Schaumstoff darüber zu kleben. Also schnitt ich 16 Schaumstoffkreise aus und klebte sie mit doppelseitigem Klebeband auf die Bauscheiben. Übrigens: Wenn man alles 16 Mal machen muss, macht echt nichts mehr Spaß… 🙄

Anschließend kam dann der Weihnachtsmann (zum Glück schon drei Tage vor Weihnachten) und brachte mir meinen Plotter. Denn nun musste ich an die Monstergesichter ran. Ich hatte diese schon vorher mit der zugehörigen Software erstellt, so dass ich direkt loslegen konnte. Naja. „Direkt“. So ein Plotter ist nicht besonders selbsterklärend, und ich brauchte schon einige Zeit, um überhaupt herauszufinden, wo bei dem Gerät oben und unten ist.. 😀 Aber auch das war machbar, denn mein lieber Mann schenkte mir zusammen mit dem Plotter einen komplett pflichtenfreien Tag (kein einkaufen, kochen, kindhüten….), damit ich mich ausgiebig mit dem Gerät zu befassen konnte. Nachdem ich dann mein erstes Probestück geschnitten hatte, war mein erstes richtiges Plottprojekt also 16 kleine Monstergesichter!

Und weil das direkt so gut geklappt hat, machte ich auch noch einen Monster Schriftzug um das Spielfeld zu verschönern (die Sache mit dem unglücklichen Design retten)

Außerdem kam noch ein Monster in die Mitte, wobei ich allerdings echt Probleme beim Aufbügeln hatte. Habe erst Flexfolie aufgebügelt, dann die Konturen aus Flockfolie (hatte keine schwarze Flexfolie mehr da) und beim Aufbügeln der Kontur ging mir die bereits aufgebügelte Flexfolie kaputt. Wahrscheinlich zu heiß gebügelt. Naja, bin eben ein bluter Anfänger, was Plotten angeht. Die Kinder würde es nicht stören.

Nachdem der Plotter dann mal Pause hatte, kam das, worauf ich bei dem ganzen Projekt am wenigsten Lust hatte: Füllen der Figuren und verschließen der Wendeöffnungen…. 16 mal…

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Aber dank des Fernsehers und des zuverlässigen Mittagsschlafs meines kleinen Sohns, war auch das zu bewältigen. Und es hat sich gelohnt! Hier mal Gruppenfotos der farbenfrohen kleinen Männlein

Das gröbste war nun tatsächlich geschafft. Fehlte noch die Rückseite, gleichzeitig die Außenseite des Transportsacks. Eigentlich wollte ich dazu einen schönen Monsterstoff verwenden. Aber der einzige schöne Monsterstoff, der einen Tag vor Weihnachten vor Ort aufzutreiben war, lag nur auf 110 cm Breite. Zu wenig für mein Projekt. Doof. Also beschloss ich, einen unifarbenen Stoff zu nehmen und einfach ein großes Monstergesicht darauf zu plotten. Nicht dass dem Plotter noch langweilig wird… Was soll ich sagen: Beste Idee! Manchmal ist weniger einfach mehr!

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Aber nochmal zurück zum Anfang Rückseite. Um diese zuzuschneiden legte ich das Spielfeld auf den blauen Stoff und schnitt einfach wieder mit der Zickzackschwere drumherum. Anschließend markierte ich auf dem blauen Stoff die Viertel des Kreises und nähte dort jeweils zwei Knopflöcher im Abstand von ca. 10 cm. Dafür nutzte ich sogar zum ersten Mal meinem Knopfloch-Nähfüß. Tat auch gar nicht weh und die Knopflöcher gingen so wirklich schnell und einfach! Also, ruhig mal die Anleitung lesen und ran an den Knopflochfuß! Zusätzlich habe ich den Stoff verstärkt, indem ich noch einen Stoffrest unterlegte:

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Dann legte ich Vorder und Rückseite Rechts auf Rechts aufeinander und nähte einmal drumherum. Wendeöffnung nicht vergessen! Anschließend wird das Spielfeld gewendet, ordentlich gebügelt (jaaa, das muss sein) und außenrum knappkantig abgesteppt. So bleiben die Lagen, wo sie hingehören und die Wendeöffnung wird direkt mit verschlossen.

Jetzt muss nur noch einmal im Abstand von 3-5 cm parallel vom Rand abgesteppt werden, und die Kordel durch den so entstandenen Tunnelzug gezogen werden. Die Kordelenden habe ich dann vernäht und ein Stück Stoff darüber geklebt. Man kann diese unschöne Stelle auch mit irgendwo innen mit ein paar Stichen festnähen.

Ja, und „schon“ ist das Spiel fertig.  😀

Oder doch nicht? Siedeheiß fiel mir einen Tag vor Weihnachten ein, dass ein Würfel fehlte. Oh nein! Selber nähen war keine Option mehr, ich konnte keine Monstergesichter mehr sehen und auch das Verhältnis zu meiner Nähmaschine war etwas angespannt zu dem Zeitpunkt. Wir brauchten Abstand zueinander. Nachdem ich es nicht schaffte, vor Ort einen Schaumstoffwürfel aufzutreiben, rettete mich Amazon Prime. Und der DHL-Mann brachte noch an Heilig Abend Nachmittags meinen (wahrscheinlich völlig überteuerten) Schaumstoffwürfel. Er bekam sogar ein kleines Dankeschön von mir, so froh war ich, dass es noch geklappt hat 😀

 

Und was ist das allerschönste Kompliment? Wenn einfach damit gespielt wird! So wie hier am Weihnachtsabend noch:

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Die Begeisterung meines Neffens war übrigens emotional sehr ergreifend:

„Ja. Ist ok so. Und die Monster fallen auch nicht so schnell um“ ;-D

Mehr Kompliment kann man von einem Kind nicht erwarten 😉

Aber in der Praxis hat sich das Vorgehen mit den Bauscheiben in den Figuren absolut bewährt. Auch wenn der Kleinste mal übers Spielfeld gelaufen ist, oder der motiviert geworfene Schaumstoffwürfel mal eine Figur traf…. die Monster blieben an Ort und Stelle. Wenn sie mal umgefallen sind, dann genau vor Ort, so dass sie einfach wieder hingestellt werden konnten. Wirklich super!

Und jetzt noch mein Tipp für alle, die nun auch ein Monster-Ärger-Dich-Nicht nähen wollen: Fangt rechtzeitig an!!!

Ich würde mich auch freuen, wenn ihr mal auf meiner Facebookseite vorbei schaut.  https://facebook.com/fadenentspannung

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