Ein Hase, der nicht hüpft…

…jedenfalls nicht von der Nähmaschine!

Ich habe wieder bei einem Probenähen mitgemacht. Dieses Mal etwas ganz anderes. Ein Kuscheltier, genau genommen ein Hase. Ich habe schon ein paar Kuschentiere genäht und finde selbstgenähte Kuschelfreunde einfach süß! Also hab ich mich gefreut, mit zum Probenähteam für den „Meister aller Lampen“ zu gehören.

Schon beim Zuschnitt merkte ich aber, dass ich es hier mit einer anderen Kategorie von Kuscheltieren zu tun hatte. Der Hase sollte aus 26 Teilen zusammengesetzt werden! Also meine bisherigen Kuscheltiere bestanden aus 2-6 Teilen… jedenfalls nicht mehr als 10! Puh…. das kann ja was werden.

Ich druckte für den ersten Versuchshasen das Schnittmuster etwas größer aus. Das bedeutete, dass ich die vorhandene Nahtzugabe durch eine eigene ersetzen musste.

Bei 26 Teilen dauerte das auch seine Zeit. Dann suchte ich vorhandenen Probestoff und wählte einen Jeansstoff. Keine gute Idee. Zwar lässt der sich super vernähen, aber er verzeiht keine Ungenauigkeit… Und hier lag mein Problem. Ich kann zwar sehr genau arbeiten, aber besonders gerne mache ich das nicht. Das erfordert soviel Konzentration und ich nähe gerne Abends oder mal zwischendurch eine Stunde. Das Häschen erfordert aber volle Aufmerksamkeit. Da die Anleitung aber klasse ist, bekam ich das erste Häschen fertig:

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Ich bin NICHT damit zufrieden, die Augen sind falsch herum, ein Schnittteil falsch herum und ich habe daher noch nichteinmal die Wendeöffnung verschlossen. Aber ich hatte mich mit dem Schnittmuster vertraut gemacht, und darum ging es ja.

Als nächstes wählte ich als Stoff Wellnessfleece. Der ist zwar echt blöd zu vernähen, weil er so rutschig ist und das ganze Haus voll fusselt, aber dafür verzeiht er viel. Ich nahm auch die Originalgröße und achtete noch mehr darauf, die Nahtlinien genau einzuhalten. Ganz hat es nicht immer geklappt, aber dank des Stoffes, ist das nicht so schlimm. Und schon bei der Hälfte sah ich, dass es diesmal besser lief:

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Die Schlafaugen waren im Schnittmuster übrigens gar nicht vorgesehen. Da ich aber besonders bei Kuscheltieren für kleine Kinder keine Knopfaugen mag (Verschluckungsgefahr), nähe ich lieber Augen auf. Und da ich Schlafaugen total niedlich finde (deshalb liebe ich wahrscheinlich auch die Tierchen von Waldgefährten so sehr), habe ich sie auch für das Häschen verwendet. Obwohl sie hier etwas misslungen sind. Ich hätte sie gerne kleiner gemacht und die drei Wimpernstriche sollten eigentlich im gleichen Abstand sein 😳

Nach einem weiteren Vormittag an der Nähmaschine war das Häschen dann fertig genäht. Danach wurde dann noch mit Fäden modelliert, was für mich etwas ganz Neues war. Das gibt dem Gesicht nochmal eine schöne Form. Und auch Hinterläufe sollten so modeliert werden, aber das ging bei mir in die Hose. Dafür habe ich noch auf eigene Faust am Hals nachgearbeitet, weil mir der Nackenbereich zu bullig war. Hier habe ich mal eine Gegenüberstellung, welchen Effekt das hatte:

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Am Ende war ich dann sehr zufrieden mit dem süßen Kerl:

Eigentlich wollte ich es dabei belassen, aber dann gab es eine Erweiterung für den Hasen, nämlich eine Weihnachtsmütze! Ist es nicht putzig?

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Nachdem ich die Mütze genäht habe, bekam ich dann doch nochmal Lust auf ein weiteres Häschen. Ich liebe ja Cord und hatte noch einen Rest eines dunklen Breitcords da. Also entstand eher spontan noch ein weiteres Häschen. Mit Plüsch und Cord. Hier ging übrigens alles Mögliche schief. Ständig nähte ich Teile falsch zusammen und musste auftrennen, ich erwische öfters nicht alle Stofflagen… Oder zuviele, so dass plötzlich das Schwänzchen am Rücken festgenäht war…. Aber irgendwann war auch dieses Häschen fertig. Ich finde, der ist nicht ganz so gelungen wie der kuschelige Hase. Das kann aber auch daran liegen, dass der kuschelige Stoff einfach mehr verzeiht. Aber süß ist er trotzdem der Kleine:

Und da es ja ein Probenähen war, gab es am Ende noch bearbeitete, mit Logo versehene Bilder fürs Ebook. Eigentlich sollte man ja meinen, dass des einfach war, die Bilder zu machen. Es gab kein Problem, dass man kein Gesicht sehen sollte, kein energiegeladenes, wiebelndes Modell… Tja. Dafür war ich diesmal unter Zeitdruck und musste daher (um Tageslicht zu haben), die Bilder machen, während der Kleine dabei war. Und er ließ nichts unversucht, um das Shooting zu sabotieren…

Aber am Ende sind doch süße Bilder entstanden:

Das war was erste Probenähen, was mich an meine Grenzen gebracht hat. Zwischenzeitlich hatte ich wirklich die Lust verloren. Aber auch das ist schön, beim Probenähen: Man „muss“ weitermachen und sich auch zu etwas zwingen. Also ich jedenfalls….. Aber nur so schafft man auch Dinge, die einem schwer fallen. Zu oft fehlt einem heutzutage der Ehrgeiz und man wählt den Weg des geringsten Widerstandes. Aber so ist man auch viel zu selten stolz, dass man ein kleines Bisschen über sich hinaus gewachsen ist. Wäre das kein Probenähen gewesen, hätte ich wahscheinlich schon aufgegeben, nachdem ich die Anzahl der Schnittteile gesehen habe…. Aber so habe ich nun zwei Häschen zu Hause, die nicht perfekt sind und das für viele ganz banal wirkt… aber ich bin unheimlich stolz darauf!

Und umso schöner finde ich, dass auch mein kleiner Schatz die Häschen direkt ins Herz schloss:

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