Aufgesetzte Taschen – Geht tatsächlich auch ordentlich

Ich habe schon immer gerne Kinderkleidung mit aufgesetzen Taschen versehen. Nicht weil das praktisch wäre, sondern weil man so bei Hosen vorne und hinten unterscheiden kann (für manche Erzieher scheinbar ein unlösbares Rätsel). Außerdem kann man so bei T-Shirts manchmal einen ungewollten „Schlafanzug-Charakter“ vermeiden. Je nach Motiv und Farbauswahl kann nämlich aus einem Pullover schnell optisch ein Schlafanzug werden.

Mein Problem war dabei immer, dass es stets unordentlich aussah. Gerade weil ich meistens Jersey nahm. Und Jersey auf Jersey, das verzieht sich wirklich leicht. Bis ich von meiner Stoffdealerin einen Tipp bekam, wie man das ordentlich macht. Und weil ich so begeistert vom Ergebnis war, möchte ich euch dazu eine kleine Anleitung schreiben.

Ihr benötigt dazu ein Stück Pappe, euer Bügeleisen, eine Nähnadel und etwas Garn. Und natürlich den Stoff für die Tasche. Bitte entschuldigt die schlechten Bilder, aber es war spät und das Licht einfach sehr schlecht….

Zuerst schneidet ihr euch aus der Pappe eine Form der fertigen Tasche zu und schneidet den Stoff großzügig zu:

 

Anschließend näht ihr grob von Hand einmal rundherum. Danach legt ihr das Pappstück in die Mitte und zieht die Naht zusammen. Das kennt ihr evtl. schon, es ist eine einfache Möglichkeit zu Kräuseln.

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Und jetzt wird das ganze gebügelt. Ich lasse dazu anfangs noch die Pappe drin. Dann nehme ich die Pappe raus, und zu guter letzt entferne ich auch das Garn. Nach jedem Schritt gut bügeln! Die Tasche behält nun die schöne runde Form.

Oben wird dann noch der Rand eingeschlagen, gebügelt und umgenäht. Anschließend kann die Tasche auf dem Kleidungsstück festgesteckt werden:

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Noch festnähen und fertig! Ich nutze dafür meist einen schlichten Gradstich. Wenn ihr (wie ich hier) Jersey auf Jersey näht, achtet darauf, dass es sich nicht verzieht. Also Nähfüßchendruck verringern, Fadenspannung verringern, langsam nähen und die Maschine alleine transportieren lassen.

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Und nun, ran an die Taschen! Und nie vergessen: Gut gebügelt ist halb genäht!

Würde mich auch über einen Besuch auf meiner Facebookseite freuen: Fadenentspannung

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14 Kommentare zu „Aufgesetzte Taschen – Geht tatsächlich auch ordentlich

  1. Hallo ihr tapferen Schneider, noch ein kleiner Tipp zum Taschen aufnähen. Wenn ihr die Nahtzugaben nur einen Zentimeter größer schneidet wie die Bügelschablone ist , könnt ihr euch das mit dem Faden sparen und gleich umbügeln.
    Und ihr habt dann nicht mehr so Knicke in den Rundungen , weil sich die Nahtzugabe besser verteilt. Probiert mal.

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  2. Danke für die gute Erklärung. Ich selbst behelfe mir ja auch oft mit Fixierspray zum Umlegen der Ränder und fixieren vor dem Annähen. Nach einmal waschen ist das wieder raus.

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  3. Ich nähe Taschen immer doppelt, dann sind in der Tasche keine Nähte und durch die 2 Lagen Stoff zieht sich auch nichts so leicht. Außerdem beulen die Taschen nicht so aus wenn sie dann tatsächlich benutzt werden.

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  4. Man kann es auch anders machen,indem man den Finger hinter das Füsschen legt. Ganz fest gegen halten,dann nähen.Schon hat man eine gekräuselte Rundung. Knapp zurückschneiden dann die Rundung nähen.ikothe

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  5. Zutat: … Wenn ihr die Nahtzugaben nur einen Zentimeter größer schneidet wie die Bügelschablone ist , könnt ihr euch das mit dem Faden sparen und gleich umbügeln….Zitatende.

    Versteh ich nicht. Knoten im Hirn

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